Fortsetzung …

 

ohnedies schon über den Bierpreis aufgeregten Leute, und es entstand gegen 9 Uhr abends eine offene Revolte, vor dem Gasthof Bachmayer, und wurden da sämtliche Fenster und Läden, sowohl im Gast- und Nebenzimmer Einrichtungen und Beleuchtungskörper demoliert. Es waren ungefähr 200 bis 300 Mann, denen gegenüber die Schutzmannschaft, wie das Comando der Feuerwehr machtlos war. 

 

Gegen Mitternacht kam Herr Assessor Schricker nochmals per Auto von Erding mit verstärkter Schutzmannschaft und es gelang dann allmählich die Exzendenten zu ver-treiben. Bei beiden Bränden ist Brandstiftung sicher anzunehmen, zumal vorher Brandbriefe an die Brauereibesitzer ergangen sind. Dieser Sonntag, 5. Juni, ist ein einzig dastehender trauriger Vorkommnisse, die ein gerichtliches Verfahren nach sich ziehen. 

 

Öffentlichen Dank haben ausgesprochen: Josef Bachmayers Söhne, Josef Ziegler, Johann Lipp, Guggetzer und Hammerschmid, Obermeier, Eiglsperger, Sewald, Wailtl, L. Kasper. Als bemerkenswert darf gelten, dass damals selbst das Ausland Notiz von Dorfen genommen hat. Englische, amerikanische und französische Zeitungen schrieben spaltenlange Berichte und das Pariser Boulevardblatt „Le Figaro" schloss seinen Hohnbericht auf die deutsche Disziplin mit dem Spottvers: Un pompier et un pompier, ca fait presque un guerrier. Übersetzt: Ein Feuerwehrmann, ein Feuerwehrmann, fasst schlimmer als ein Krieger an.